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Warum ein deutscher Mann? - Gerhard Schröder ist schuld!


Klingt unrealistisch, aber ist wahr. Er war der erste deutsche Mann, mit dem ich je gesprochen habe. Schön und gepflegt, groß und elegant, locker und selbstbewusst, so stieg er aus einem kleinen Flugzeug aus, dass vor vielen Jahren auf dem provinziellen Flughafen meiner Heimatstadt landete. Der Ministerpräsident von Niedersachsen. Ein Traumprinz. Ein Deutscher.

Ich als eine der besten Studentinnen wurde delegiert, ausländische Gäste zu begleiten und wurde in diesem Zusammenhang dann auch zu einem Abendessen eingeladen. Es hat sich so ergeben, der Traumprinz saß mir gegenüber. Wie ein Mensch, ein sympathischer Mensch. Für ihn war alles interessant: was wir an der Uni studieren, wie wir unsere Freizeit verbringen, was wir lesen. Wir haben gelacht, als es manchmal zu sprachlichen Missverständnissen kam. Er war sehr aufmerksam, obwohl es im Gespräch vor allem um das Studentenleben ging. Aber um das russische Studentenleben eben... Und plötzlich hat er mich gefragt "Was für einen Wunsch hast du?", das klang wie in einem Märchen! Nach einer kleinen Pause war ich endlich im Stande meinen Wunsch zu formulieren. "Ich möchte in Deutschland studieren, um dann in der Touristikbranche zu arbeiten". "Wie lange?", hat er gefragt, und ich habe mich an meinen Vater gedacht, der auf seine bescheidene und vorbildliche Tochter schon immer stolz war, und habe leise gesagt: "Einen Monat."

Man muss mich verstehen, ich habe in dem Moment meine Stadt, mein Land vertreten, ich durfte nicht frech sein. Im Inneren habe ich mir schon gewünscht, ein paar Jahre die deutsche Sprache und Betriebswirtschaft in Deutschland studieren zu dürfen. Aber die sowjetische Erziehung war damals stärker als mein innerer Wunsch. Gesagt, getan. Am nächsten Tag habe ich eine offizielle Einladung nach Deutschland bekommen. Und in einer Woche saß ich im Flugzeug. Deutschland war mein erstes Ausland. Zum Studium ist es in diesem Monat leider nicht gekommen. Aber meine inneren Wünsche wurden plützlich stärker als die Pflicht vorbildliche sowjetischer Studentin zu sein. Aber Eins muss ich Euch sagen. Seit dem habe ich nur von einem deutschen Prinzen geträumt.